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Moderne Büroflächen in attraktiven Lagen werden in Zukunft weiterhin sehr gefragt sein – der Leerstand in Köln fällt aktuell niedrig aus Bild: peterschreiber.media/adobestock.com

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Druck auf bestehende Flächen wächst Die Teilnehmer am Runden Tisch Gewerbeprojekte nehmen das Bündnis im Stadtrat von Grünen, CDU und Volt in die Pflicht

2.07.2021

Das Angebot auf dem Gewerbeimmobilienmarkt ist knapp. Vor allem in den vergangenen Jahren habe es sich weiter verringert, was laut der Experten eine problematische Situation sei. Denn: „Wenn zu wenig Angebot da ist, dann gibt es zu wenig Bewegung auf dem Markt. Und zu wenig Bewegung bedeutet Stillstand. Das ist schlecht“, sagte etwa Arne Hilbert, Geschäftsführer der Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG. Daher müsse nun überlegt werden, wie neues Angebot geschaffen werden könnte. „Viel Neubau kann ich mir nicht vorstellen. Die Aufgabe in der Zukunft wird sein, ein interessantes, neues Angebot zu schaffen – vor allem mit Blick auf den Bestand. Nicht zuletzt aus Gründen der Nachhaltigkeit“, so Hilbert. Doch genau dort habe Köln Nachholbedarf. „Die Stadt hat historisch gesehen leider einen sehr schlechten Bestand, weswegen wir bei Sanierungsarbeiten immer wieder sehr umfangreich eingreifen müssen.“ Das führe laut Hilbert dazu, dass die Sanierungskosten „teilweise einem Neubau ähneln“. Wobei auch die zur Verfügung stehenden Flächen aktuell sehr teuer seien. „Jeder Grundstückseigentümer möchte sein Grundstück im Moment für einen Preis verkaufen, bei dem man den Verdacht bekommt, dass dort noch Gold versteckt sein müsste. Bisher haben wir aber noch keins gefunden“, sagte Holger Kirchhof, Vorstand der Osmab Holding AG.


"Zu wenig Bewegung auf dem Markt bedeutet Stillstand"


Kritische Perspektive

Und wie bewerten die Experten in diesem Zusammenhang eigentlich die Ziele des neuen Ratsbündnisses? Bereits Mitte Februar hatten sich die führenden Politiker der Grünen, der CDU und der erstmals im Stadtrat vertretenden Partei Volt auf einen Bündnisvertrag verständigt, Anfang März stimmten die Mitgliederversammlungen der drei Parteien der Vereinbarung zu. Die Ausweisung von neuen Flächen steht hierbei jedoch grundsätzlich nicht auf dem Plan. Das sieht Andreas Reul, Leiter der Büroimmobilien bei der Greif & Contzen Immobilien Makler Gesellschaft mbH, durchaus kritisch: „Die öffentlichen Nutzer sind in letzten Jahren bei der Büroflächenabnahme in Köln ein maßgeblicher Nutzer und stehen damit im Wettbewerb zur Wirtschaft. Im ersten Quartal 2021 lag der Marktanteil im Büroflächenumsatz bei mehr als 40 Prozent. Ein weiterer Ausweis von Flächen für eine Büronutzung ist für die mittel- und langfristige Entwicklung in der Domstadt auch mit Blick auf die aktuelle niedrige Leerstandsquote dringend notwendig.“ Zumal Köln laut Jens Hoppe, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH, im Vergleich zu den größten Immobilienstädten eine Vorvermietungsquote – sie zeigt den Vermietungsstand von Neubauprojekten vor Fertigstellung an – von 75 Prozent habe. Dies verdeutliche, dass nicht nur das Angebot beim Bestand, sondern auch im Neubausegment niedrig sei. Eine Herausforderung für den Gewerbeimmobilienmarkt. „Das ist ein Knappheits-Thema, das uns auch noch in den nächsten Jahren begleiten wird“, prognostizierte Holger Kirchhof von der Osmab Holding AG.