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Köln zählt in der Analyse zu den A-Städten und gehört damit zu den Top-7-Metropolen des Landes Bild: Racer57/stock.adobe.com

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Was kommt, wenn Corona geht Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen zieht an – Paket-Umschlagplätze, sogenannte Mikro-Hubs, in A-Städten sind besonders attraktiv

2.07.2021

Laut einer Analyse von ImmoScout24 Gewerbe lag im April 2021 die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in den deutschen A-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Frankfurt am Main um 100 Prozent höher als im April 2020. Damals verzeichnete das Immobilienportal als Folge der Pandemie den stärksten Nachfragerückgang. In den weniger begehrten B- und C-Städten ist das Interesse an Einzelhandelsflächen ebenfalls wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie angelangt. Als B-Städte gelten 14 deutsche Städte mit großer nationaler und regionaler Bedeutung. Dazu gehören beispielsweise Nürnberg und Hannover. Zu den 22 C-Städten zählen Städte mit eingeschränkt nationaler, aber hoher regionaler Bedeutung sowie wichtiger Ausstrahlungen auf die umgebende Region. Beispiele für C-Städte sind Aachen oder Rostock.

Attraktivität zurück
  

Bild: ivanko80/stock.adobe.com
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Vor allem kleinere Einzelhandelsflächen gewannen laut den Daten Gewerbe wieder stark an Attraktivität. ImmoScout24 Gewerbe verzeichnete im April 2021 134 Prozent mehr Anfragen für Einzelhandelsflächen bis zu 100 Quadratmetern als im Vorjahr. „Mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen kehrte der Optimismus zurück, dass sich das Anmieten von Einzelhandelsflächen wieder lohnt. Das spiegelt sich in der verstärkten Nachfrage nach Einzelhandelsflächen wider“, erklärt Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24.

Steigendes Angebot

In den deutschen A-, B- und C-Städten stellten Anbietende 14 Prozent weniger Einzelhandelsflächen auf ImmoScout24 Gewerbe ein als im Vergleich zum Vorjahr. Aufgeschlüsselt auf die verschiedenen Standorte sank in den B-Städten das Angebot an inserierten Einzelhandelsflächen mit minus 24 Prozent am stärksten. In den C-Städten ging das Angebot um zwölf Prozent und in den A-Städten um sieben Prozent zurück. Ausnahme bildete hingegen das Angebot für große Einzelhandelsflächen mit mehr als 500 Quadratmetern, die ausreichend Platz für Lebensmittel- und Drogeriemärkte oder Bau- und Gartenmärkte bieten. Von April 2020 auf April 2021 nahm das entsprechende Angebot auf ImmoScout24 Gewerbe um zwölf Prozent zu.


"Die Nachfrage bei Räumen steigt spürbar wieder an"


Gutes Zeichen

„Das geringe Angebot an Einzelhandelsflächen kann als gutes Zeichen gewertet werden. Denn obwohl in den vergangenen Monaten bis auf Supermärkte und Lebensmittel die Geschäfte größtenteils geschlossen blieben, stehen in den Städten kaum Geschäfte frei. Ein Mieterwechsel ist in der aktuellen Lage sowohl für die Vermieter als auch die Gewerbetreibenden wenig verlockend. Mit der steigenden Nachfrage und den in Aussicht gestellten Lockerungen, erwarten wir Nachholeffekte. Anbieter, die beispielsweise ihre Einzelhandelsflächen bislang wegen der unsicheren Lage zurückgehalten haben, werden diese wieder inserieren“, erwartet Schroeter.

Kaum unter Druck

Im Vergleich zum Vorjahr verteuerten sich in den A-, B- und C-Städten die Angebotsmieten für Einzelhandelsflächen um 6,4 Prozent und stiegen von durchschnittlich 15,31 Euro pro Quadratmeter im April 2020 auf 16,29 Euro im April 2021. Dabei zeigte sich, dass insbesondere in den A-Städten die Preise mit einem Plus von elf Prozent auf 20,45 Euro im vergangenen Jahr weiter angezogen sind. In den C-Städten gingen die Mieten hingegen um 3,2 Prozent auf im Schnitt 13,03 Euro pro Quadratmeter zurück. Bei der Preisentwicklung erwiesen sich vor allem große Einzelhandelsflächen als krisenfest. Die Mieten für Lebensmittelhandel, Drogeriemärkte oder Bau- und Gartenmärkte stiegen um 15,1 Prozent auf 11,87 Euro.

Online-Geschäft kurbelte an

„Neben Baumärkten, Lebensmittelhandel und Drogeriemärkten sind Mikro-Hubs in den deutschen Großstädten die Gewinner der vergangenen Monate. Das prosperierende Online-Geschäft und die gestiegene Nachfrage nach ‚Same Day Delivery‘ beflügelten die Nachfrage nach passenden Logistikflächen in den Innenstädten“, so Schroeter. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete ImmoScout24 Gewerbe im April 2021 44 Prozent mehr Nachfrage nach Lagerflächen in den Großstädten. Bei Logistikimmobilien mit einer Grundfläche bis zu 3.000 Quadratmetern, die sich als Paket-Umschlagplätze (sogenannte Mikro-Hubs) anbieten, stieg die Nachfrage im Vergleichszeitraum ebenfalls um 42 Prozent. Gleichzeitig sank das Angebot in diesem Bereich um 19 Prozent. Die starke Nachfrage gekoppelt an das begrenzte Angebot führte zu einem Preisanstieg um 4,8 Prozent von 4,84 Euro pro Quadratmeter auf 5,07 Euro pro Quadratmeter. Die Angebotsmieten für mittlere und große Flächen bewegten sich hingegen auf einem stabilen Niveau und liegen aktuell bei 4,29 Euro bis 4,59 Euro pro Quadratmeter. Mittlere Logistikflächen haben eine Grundfläche zwischen 3.000 und 12.000 Quadratmetern. Als große Logistikflächen gelten jene Immobilien mit einer Grundfläche über 12.000 Quadratmetern.


"In den Städten stehen nur wenige Ladenlokale frei"


Die Methodik

Für die Analyse wurden der Median für alle aktiven Inserate von Einzelhandels- und Logistikflächen berechnet, die auf Immo-Scout24 Gewerbe zur Miete angeboten werden. Das heißt, es werden sowohl Objekte mit viel oder wenig Fläche sowie unterschiedlicher Ausstattungs- und Lagequalität berücksichtigt. Das Angebot bezieht sich auf die Anzahl der bei ImmoScout24 Gewerbe inserierten Objekte. Die Nachfrage umfasst die normalisierten Kontaktanfragen, die über ImmoScout24 Gewerbe für die einzelnen Objekte eingegangen sind. Die durchschnittlichen Angebotsmieten wurden auf Grundlage aller entsprechend aktiven Inserate berechnet. Die Klassifikation der A-, B- und C-Städte richtete sich nach der Definition des Immobiliendienstleisters Bulwiengesa. Als A-Städte gelten die deutschen Top-7-Metropolen Berlin, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart mit nationaler und zum Teil internationaler Bedeutung. Als B-Städte sind 14 Großstädte mit nationaler und regionaler Bedeutung definiert. C-Städte sind 22 wichtige deutsche Städte mit regionaler und eingeschränkter nationaler Bedeutung sowie wichtiger Ausstrahlung auf die umgebende Region. (mit Material von dpa)


FLÄCHEN

Der Bedarf an Flächen für den Einzelhandel ist in nur einem Jahr um 100 Prozent gestiegen.

GESCHÄFTE

In den sogenannten B-Städten wurden 24 Prozent weniger Flächen für Geschäfte inseriert.

MIRKO-HUBS

Im Vergleich zum Vorjahr waren in den Großstädten 44 Prozent mehr Nachfragen nach Lagerflächen zu verzeichnen.