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In den Kölner Kranhäusern wird sowohl gearbeitet als auch gewohnt Bild: manfredxy/stock.adobe.com

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Die eigenen vier Wände Die Perspektiven auf dem Markt für Gewerbeprojekte sehen gut aus, aber welche Entwicklungen gibt es im Wohnbereich?

2.07.2021

Die vielerorts stark gestiegenen Preise auf dem Immobilienmarkt haben nach einer Studie den langfristigen Trend zu größeren Wohnungen spürbar verlangsamt. Unter Mieterhaushalten in den Großstädten ging die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf im vergangenen Jahrzehnt gar zurück, wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergab. „Noch nie in der jüngeren Geschichte haben Menschen so viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht wie in den Perioden des Lockdowns,“ heißt es in der Untersuchung. Doch zeigten Berechnungen des IW auf Basis des sozio-ökonomischen Panels große Unterschiede in der Verteilung des Wohnraums.

Flächen stagnieren

Eigentümer wohnen demnach im Schnitt in 125 Quadratmeter großen Wohnungen, Mieter dagegen auf 75 Quadratmetern – pro Kopf sind es bei Eigentümern 48 Quadratmeter Fläche und bei Mietern 35 Quadratmeter. Insgesamt stieg die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf der Studie zufolge in Deutschland seit 1990 um 34 Prozent. Seit Beginn des Immobilienbooms 2010 habe sich der Anstieg aber spürbar verlangsamt. Dies liege hauptsächlich an der Entwicklung bei den Mietern, berichtete das arbeitgebernahe IW. Dort stagniere seit 2010 die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf. In Großstädten sinke sie sogar. Zugleich wachse der Anteil an Mietern, die weniger als einen Wohnraum je Haushaltsmitglied zur Verfügung haben, wieder deutlich, nachdem er zuvor lange abnahm. Bei den Wohnungseigentümern sei die Fläche dagegen weiter deutlich gestiegen. In der Gesamtbevölkerung gehört man der Studie zufolge bereits ab einer Wohnfl äche von mehr als 41 Quadratmetern pro Kopf zu den oberen 50 Prozent, ab 83 Quadratmeter pro Kopf zu den oberen 10 Prozent.

Mehr Einpersonenhaushalte

Trends wie Migration, Urbanisierung und der demografische Wandel spiegeln laurt der Studie sich am Immobilienarkt wider. Der Anteil der Einpersonenhaushalte sei zwischen 1990 und 2018 von 34 auf 42 Prozent gestiegen, so das IW. In drei Viertel aller Haushalte wohnten maximal zwei Personen. Solche mit drei und mehr Personen hätten dagegen an Relevanz verloren. Der Anteil der Mieter mit Migrationshintergrund stieg zwischen 2010 und 2018 von 25 auf 32 Prozent. Auch die Alterung der Gesellschaft zeigt sich in den Daten. Im Jahr 2018 waren mehr als 40 Prozent der Eigentümerhaushalte älter als 65 Jahre. Mehr zur Lage auf dem Markt für Wohnimmobilien steht in der Beilage zum „Runden Tisch Wohnen Region KölnBonn“ im Dezember 2021 in dieser Zeitung. (mit Material von dpa)