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Keine Angst vor großen Tieren: Thomas Krüger ist ein Hundefreund Bild: Karin M. Erdtmann

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„Die Radwege sind verbesserungswürdig“ Vom Schlagzeug an den Schreibtisch: Der westfälische Autor Thomas Krüger ist in Schildgen heimisch geworden

2.07.2021

Ein Westfale im Rheinland: Kann das gutgehen? Wenn es ihn nach Bergisch Gladbach verschlägt, offenbar schon. Seit 1994 lebt Thomas Krüger dort und attestiert den Menschen im Bergischen, „sehr ostwestfälisch“ zu sein, was für ihn vor allem „herzlich“ heißt. „Das ist eine schöne Gegend“, lobt der gebürtige Löhner. „Nur das Rheinisch-Kölnische ist mir immer ein bisschen fremd geblieben.“ Von seinem Wohnort Schildgen unternimmt der Autor und Verleger gerne ausgiebige Radtouren in die regionale Natur oder joggt über jede Anhöhe, die sich ihm bietet. In den zahlreichen angrenzenden Wäldern „kreuz und quer über die Wanderwege zu jachtern“ macht ihm ebenso viel Spaß wie an der Dhünn entlang Richtung Leverkusen zu laufen. Nur die Radwege, merkt er an, die seien verbesserungswürdig.

Optik Wolf

Kultur ganz nah

Auch das kulturelle Angebot vor der Haustür und im Umland weiß der Familienvater zu schätzen – wobei er ausdrücklich auch Düsseldorf mit einbezieht. „Der Westfale ist da vielleicht etwas weltoffener als der Kölner“, lacht er. Manchmal bedarf es nur weniger Schritte bis zum Kunstgenuss. „Kürzlich hatten wir in der Nachbarschaft nach langer Corona-Dürre ein genehmigtes Gartenkonzert mit Pit Hupperten und Frederick Wingchen. Die beiden hatten alles drauf, David Bowie, Frank Zappa, Grönemeyer, BAP, LSE – und ganz viel sich selbst. Wo man auf so etwas Tolles zurückgreifen kann, ist das Gras doch erst richtig grün.“

Laufenten als Detektive

Wenn er an seinen Büchern schreibt, bleibt vom grünen Gras indes meist nicht viel übrig – nicht nur wenn die Laufenten in seinen Krimis detektivisch zu Werke gehen und schwierige Fälle lösen. Krüger schickt seine Figuren über fladenreiche Wiesen und durch matschige Wildschweinreviere; Szenerien, die er gerne mit dezenten Hinweisen auf große Literatur, Malerei und Musik kombiniert.


"Der Westfale ist da etwas weltoffener als der Kölner"


Schildgener Shakespeare

Irrwitzige Handlungen mit ebensolchen Helden, die irgendwie aus dem Raster gefallen sind, sind das Metier des Journalisten. Und so entstehen nicht nur unterhaltsame Romane mit hintergründigem Humor und ausgeprägtem Faible für Sprachspiele, sondern zuweilen auch Sonette auf sein Alter Ego Donald Duck.

Hörbuchpreis verliehen

Überhaupt hat es ihm diese Gedichtform angetan: „Ich bin eine Sonnet-Gebärmaschine“, beschreibt der Schriftsteller sein Faible für die alte Versform. Dabei ist der Inhalt meist modern bis futuristisch, wie auch in den Jugendbüchern, in denen er fantasievolle Maschinen für spannende Abenteuer entwirft und nebenbei humorvoll Wissen für die Zielgruppe einstreut. Bei der Hörbuch-Produktion für seinen Verlag „Schall & Wahn“ arbeitet er unter anderem mit bekannten Persönlichkeiten wie Dietmar Bär, Rufus Beck und Christoph Maria Herbst zusammen. Für die „Kurze Geschichte der Trunkenheit“, eingelesen von Jürgen von der Lippe, wurde ihm im vergangenen Jahr sogar der Deutsche Hörbuchpreis verliehen.
  

Nachrichten

Bild: Karin M. Erdtmann
Bild: Karin M. Erdtmann

NEUE PIPELINE

Bau nähert sich Paffrath

Sie ist ebenso umstritten wie unübersehbar: Die Hochdruck-Gasleitung, deren Bau in Leverkusen begonnen wurde und die zuvor bereits den Kreis tangiert hat, nähert sich der Endstation in Paffrath. Von Juli 2021 bis Februar 2022 werden nach und nach und für jeweils zwei bis drei Monate einzelne Wanderwege im Trassengebiet gesperrt. (mid)
  

Bild: Karin M. Erdtmann
Bild: Karin M. Erdtmann

INITIATIVEN GEGRÜNDET

Gülle als Kulturgut

Krähende Hähne, quakende Frösche, knatternde Traktoren und Gülle-Geruch: Was für Landbewohner zum Alltag gehört, verärgert manche Neuzugezogene so sehr, dass sie vor Gericht ziehen. Doch seitdem Frankreich ländliche Gerüche und Geräusche als Kulturerbe deklariert und gesetzlich geschützt hat, gibt es auch in der Region entsprechende Initiativen, dies durchzusetzen.

KLIMASCHUTZ VERBESSERN

Im Vergleich hinten dran

Klimaschutz für die Region steht bei Bergisch Gladbachs Bürgermeister Frank Stein ganz oben auf der Agenda. Dass Handlungsbedarf besteht, hatte kürzlich ein bundesweiter Vergleich unter 77 Städten belegt, bei dem die Kreisstadt Vorletzter wurde. Kritikwürdig waren die Angebote im Bereich E-Ladepunkte, Carsharing, intelligente Straßenlaternen sowie die Fahrradfreundlichkeit. Die Stadt wird seit 2008 auch vom Bundesumweltminister beim erreichen der Umweltziele gefördert.