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Deutschland ist von einem Top-Ergebnis noch weit entfernt Bilder: Robert Biedermann, DG-Studio/adobestock.com

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Deutschland steht beim Klimaindex nun besser da Im Ländervergleich belegt die BRD aktuell einen oberen Mittelfeldplatz

6.01.2021

Die Bundesrepublik hat im Klimaschutz-Index vier Plätze gutgemacht und liegt nun auf Platz 19 – aber noch hinter Staaten wie Indien, Chile und Marokko. Die Gesamtbewertung lautet weiter nur „mittelmäßig“, wie die Autoren des Klimaschutz-Index von Germanwatch, dem Climate Action Network (CAN) und des New Climate Institute Anfang Dezember mitteilten. „Desaströs“ nannten die Organisationen das Abschneiden der USA: Zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump liegen sie zum zweiten Mal in Folge ganz am Ende der Liste von 57 Staaten und der EU – noch hinter Saudi-Arabien und dem Iran.

RheinEnergie AG

Schwache Ausbauziele

Spitzenreiter bleibt demnach Schweden, gefolgt von Großbritannien, Dänemark, Marokko, Norwegen und Chile. Die Klimaschützer urteilten aber auch, dass kein Land „sehr gut“ abschneidet, und ließen die ersten drei Plätze der Rangliste erneut frei. Deutschlands Problemfelder sind nach dem Urteil der Studienautoren zu schwache Ausbauziele für erneuerbare Energien, viel zu wenig Fortschritt im Verkehrssektor sowie ein noch immer großer Energieverbrauch und auch hohe Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase pro Einwohner. Aber: Die Autoren sehen auch ermutigende Signale. So könnte der Höhepunkt bei den weltweiten Emissionen von Kohlendioxid erreicht sein, erklärten sie. Der Index betrachte noch die Emissionen vor Beginn der Corona-Pandemie, zeichne also kein verzerrtes Bild. Demnach stiegen die Emissionen insgesamt nur noch ganz leicht an, in mehr als der Hälfte der betrachteten Staaten sanken sie.

Ausreißer nach unten

Der Index zeichnet den Autoren zufolge ein zwiespältiges Bild des Staatenverbunds. Während vor allem die skandinavischen EU-Staaten, Aufsteiger Portugal und die EU selbst mit recht guten Noten in der Top-Region zu finden seien, gebe es mit Ungarn, Polen, Tschechien, Slowenien und Zypern auch Ausreißer nach unten. Jan Burck von Germanwatch fordert als einer der Hauptautoren, die EU müsse ihren Wiederaufbau nach der Corona-Krise möglichst grün und nachhaltig ausrichten. In der Gesamtwertung konnte sich die EU um sechs Plätze auf Rang 16 verbessern, allerdings fast ausschließlich dank einer stark besser bewerteten Klimapolitik. „In der Platzierung stecken also ein paar Vorschuss-Lorbeeren“, sagte Burck. Ob der erhofft große Fortschritt in der Klimapolitik tatsächlich umgesetzt wird, bleibt hingegen abzuwarten.
  

„Nachhaltigkeit treibt uns um“

Bild: Sparkasse Köln Bonn
Bild: Sparkasse Köln Bonn

4 Fragen an Ulrich Voigt, Vorstandschef Sparkasse KölnBonn

Herr Voigt, inwiefern ist Nachhaltigkeit für die Sparkasse ein wichtiges Thema?

ULRICH VOIGT: Das Thema Nachhaltigkeit treibt unsere gesamte Gesellschaft schon länger um. Wir haben Nachhaltigkeit als Zukunftsthema identifiziert, in unsere Geschäftsstrategie verankert und sind überzeugt, dass Nachhaltigkeit ein essentieller Bestandteil des Bankgeschäfts ist. Das Verhalten unserer Kundinnen und Kunden bestätigt dies. Immer mehr von ihnen sind an nachhaltigen Kapitalanlagen interessiert, vor allem unter der jüngeren Generation.

Umwelt, soziale Fragen, Unternehmensführung – nachhaltiges Handeln ist vielschichtig. Schärft die Pandemie das Bewusstsein für Nachhaltigkeit?

VOIGT: Nachhaltige Produkte wurden bereits vor Corona mehr nachgefragt. In der Pandemie sind aber auch soziale Aspekte, beispielsweise die ordentliche Unternehmensführung stärker im Blick. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten sehr darauf, wie ihr Arbeitgeber mit der Pandemie umgeht, wie fürsorglich und sozial er sich verhält.

Welche Relevanz hat die Reduzierung von Emissionen?

VOIGT: Die Sparkasse KölnBonn hat ihren CO2-Ausstoß deutlich reduziert – 2020 voraussichtlich auf etwa ein Drittel der Menge von vor vier Jahren. Was wir aktuell noch nicht an CO2-Ausstoß vermeiden können, gleichen wir durch Förderung zertifizierter Projekte über einen Kompensationsanbieter aus. Damit gestaltet die Sparkasse ihren Geschäftsbetrieb für das Jahr 2020 CO2-neutral und will den Ausstoß weiter verringern.

Gewinnt das Thema Nachhaltigkeit bei den Trägern ebenfalls an Stellenwert?

VOIGT: Unser Verwaltungsrat begleitet den Nachhaltigkeitsprozess der Sparkasse seit Jahren sehr konstruktiv. Je nach politischer Ausrichtung wird hier das Thema unterschiedlich stark diskutiert.