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Die Trauer scheint zunächst überwältigend zu sein Bild: StockPhotoPro/adobestock.com

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Das Erlebte besser verkraften Vielen Menschen fällt es enorm schwer, eine verstorbene Person gedanklich loszulassen

31.10.2021

Eine dahingeschiedene Person fehlt – in jedem Moment, in allen Lebenslagen. Gerade, wenn es sich etwa um den eigenen Lebenspartner, eine enge Verwandte oder den besten Freund gehandelt hat. Entsprechend schwer fällt es, zu verstehen, dass dieser Mensch nun tatsächlich nicht mehr lebt. Für viele Betroffene ist dies zunächst ein nahezu unerträglicher Zustand.

„Der Trauerprozess ist sehr individuell“, erklärt Diplom-Psychologin Elke Baumann. „Die allermeisten Menschen brauchen einige Zeit, bis sie diese Gedanken verarbeitet haben. Generell lässt er sich in vier Phasen einteilen, an denen sich erkennen lässt, inwiefern eine Person die Situation bereits verarbeitet hat. Bei den meisten Menschen dauert dieser Prozess etwa ein Jahr.“

Den eigenen Weg finden

Aber es gibt eben auch Personen, die die Trauer nicht überwinden können. Sie scheinen keine Freude mehr am Alltag zu haben, sind quasi zu keiner Zeit mehr fröhlich. Einen typischen Trauerprozess haben sie nicht durchlaufen. Sie halten immer noch an der verstorbenen Person fest, können nicht loslassen. Dabei sei genau das aus Sicht von Baumann enorm wichtig, um die Trauer verarbeiten zu können.

„Wenn jemand den Tod einer nahestehenden Person über eine längere Zeit nicht überwunden hat und statt zu trauern den Trennungsschmerz verdrängt, bleibt er länger in diesem deprimierenden Gefühl hängen. In solchen Fällen kann es zu einer Depression kommen, die psychotherapeutisch behandelt werden sollte“, empfiehlt Baumann. Oftmals käme von Angehörigen der Rat, es mit einer Psychotherapie zu versuchen. Aber dort müsse jede Person ihren eigenen Weg finden.
  

Gespräche können bei der Verarbeitung helfen Bild: Microgen/stock.adobe.com
Gespräche können bei der Verarbeitung helfen Bild: Microgen/stock.adobe.com

Erfolgsversprechendes Vorgehen

„Ein Psychotherapeut beobachtet die Situation aus einer professionellen Distanz heraus“, erklärt die Expertin Elke Baumann. „Außerdem verfügen wir über das nötige Fachwissen und nehmen eine Situation anders wahr als eine Person, die unmittelbar davon betroffen und näher am Geschehen dran ist. Wenn eine Person zum Beispiel Probleme mit dem Herz hat, geht sie schließlich auch zum Fachmann und nicht zu einer Freundin.“