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Anhäufungen von Essensresten, Flaschen und Verpackungen werden von den Ehrenamtlern ordnungsgemäß entsorgt Bild: kichigin19/stock.adobe.com

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Initiative ackert für eine saubere Umgebung CleanUp Erftstadt beseitigt Müll und macht mit einer humorvollen Kampagne auf die Abfallproblematik aufmerksam

22.04.2021

Der Anblick nach der Karnevalssession 2016 war für Stefanie Schwarz nicht mehr zu ertragen. Noch immer klebten auf dem Weg des Erftstädter Rosenmontagszugs jede Menge Kamellereste. Es musste sich etwas tun – sofort. So entschied sie sich zusammen mit drei weiteren Frauen und zwei Kindern, die Überbleibsel zu entfernen. Auch danach fanden sich immer wieder Einzelpersonen, die gegen den Müll auf den Straßen, den Wegen und im Wald vorgingen. Nur: Organisiert waren diese Einzelkämpfer nicht. Deswegen beschloss Schwarz am 15. September 2018, dem World Cleanup Day, die Initiative CleanUp Erftstadt zu gründen.

GVG Rhein-Erft GmbH

250 Menschen beteiligen sich

Eine Idee, die sich längst ausgezahlt hat. Schließlich haben sich Schwarz und den weiteren Mitgründern bereits mehr als 250 Menschen angeschlossen, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen für Müllbeseitigung im Stadtgebiet sorgen. „Unser Traum ist es, spazieren zu gehen, ohne Müll zu finden“, sagt Schwarz. „Zudem wollen wir ein größeres Bewusstsein für die Problematik schaffen. Denn viele Menschen nehmen den Müll um sich herum überhaupt nicht mehr wirklich wahr. Dabei ist das Ganze entscheidend für unsere Gesundheit.“ Zudem möchte CleanUp Erftstadt Kinder davor schützen, dass sie Zigarettenstummel oder andere Verunreinigungen im Sandkasten finden. „Diese Gefahren sollten wir unbedingt im Blick haben“, findet Schwarz. „Es muss doch im Interesse von allen sein, dass wir selbst nicht im Plastikmüll ersticken. Und letztlich ist es ästhetischer, wenn es im Wald keinen Abfall gibt.“

Mehr als vier Tonnen Müll
  

Selbst alte Autoreifen werden in Waldstücken gefunden und müssen entfernt werden Bild: CleanUp Erftstadt
Selbst alte Autoreifen werden in Waldstücken gefunden und müssen entfernt werden Bild: CleanUp Erftstadt

Erreicht hat die Initiative schon einiges. Schließlich wurden im ersten Quartal 2021 mehr als vier Tonnen Müll im Stadtgebiet aufgesammelt. Und da für ein solches Engagement ungemein viel Arbeit nötig ist, wurde die Initiative von der Stadt im Dezember mit dem Heimatpreis 2020 ausgezeichnet. „Wir haben uns darüber natürlich sehr gefreut, da wir dadurch eine gewisse Anerkennung erfahren haben“, sagt Schwarz. „Noch wichtiger ist allerdings, dass wir Zuwachs bekommen haben, sodass sich noch mehr Menschen um ein sauberes Erftstadt bemühen.“

Originelle Aktion

Zufrieden gibt sich die Initiative damit aber nicht. Deshalb hat sie nun 40 Schilder anfertigen lassen, die humorvoll auf die Problematik aufmerksam machen sollen. Darauf zu sehen ist Müll in einem Waldstück. Der Clou: Die Gegenstände werden originell bezeichnet und mit Verrottungszeiten versehen. So wird beispielsweise eine leere Wodka-Flasche (bis zu 50.000 Jahre) als Schnapsleiche bezeichnet. „Das Schwarzwaldstädtchen Beiersbronn hatte diese Plakate vor einiger Zeit im Netz veröffentlicht“, erklärt Schwarz. „Nachdem ich die Erlaubnis hatte, konnten wir 40 Schilder in Schaukästen, auf Plätzen, Schulen, Spielplätzen und Waldwegen des Stadtgebiets aufstellen.“ Die Hoffnung dabei: Erftstadt wird dadurch ein Stück weit sauberer und damit lebenswerter.  


2.726 EINWEGFLASCHEN

Im ersten Quartal 2021 hat die Initiative 2.726 Einwegflaschen aufgesammelt.

44 AUTOREIFEN

44 Autoreifen haben die Helfer in den ersten drei Monaten des Jahres gefunden.

177 BATTERIEN

Von Anfang Januar bis Ende März wurden 177 Batterien aus der Umgebung entfernt.