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Treffen für Demenzkranke: Seit zehn Jahren öffnet das Café Zeit einmal in der Woche seine Türen für Betroffene

Die ehrenamtlichen Betreuer bieten ein abwechslungsreiches Programm für die Senioren an Bild: Stadt Wiehl

Jeden Dienstag kommen an Demenz erkrankte Senioren im Café Zeit zusammen, immer für zwei Stunden. Das Café ist ein Kooperationsprojekt der Offenen Arbeit für Senioren (OASe) der Stadt Wiehl und des Seniorenzentrums Bethel. Petra H. ist eine von derzeit 16 Ehrenamtlichen, 15 Frauen und ein Mann, die sich in der Einrichtung engagieren. Bereits seit 2011 gehört sie zum Team. „Ich will helfen und mehr über diese schlimme Krankheit erfahren. Es mag vielleicht seltsam klingen, aber es macht mir immer wieder Freude, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen. Und wenn es mir gelingt, unseren Gästen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, war es ein guter Tag“, meint sie.
   
FSW Wiehl
Vielfältiges Angebot

Allen Formen von Demenz gemein ist der zunehmende Verlust kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Demenz, die nach derzeitigem Kenntnisstand mindestens 60 Prozent aller Demenzerkrankungen ausmacht. Im Café Zeit treffen Betroffene unterschiedlicher Schweregrade aufeinander. Die Betreuung erfolgt individuell und tagesformabhängig, wie es Sandra Peifer vom Amt für Soziales formuliert. Von Gymnastik über Gesellschaftsspiele bis hin zu Spaziergängen oder gemeinsamem Singen reiche das Angebot. Maximal könnten neun Gäste pro Tag davon Gebrauch machen. So wird erreicht, dass auf drei Besucher eine zertifizierte Fachkraft komme. Damit sei ein hohes Maß an Betreuungsqualität gewährleistet, so Peifer.

Fahrdienst vorhanden
Bild: Stadt Wiehl
Bild: Stadt Wiehl
Anmelden müssen sich die Senioren nicht, Personal sei immer da. Sogar einen Fahrdienst gibt es, für den sei eine Anmeldung jedoch vonnöten. Das Betreuungsangebot kostet zehn Euro, der Fahrdienst ebenfalls. „Das ist eine Aufwandsentschädigung für die Ehrenamtlichen. Allerdings kann sich der Gast diese Kosten von seiner Pflegekasse erstatten lassen“, sagt Peifer. Die Ehrenamtler erhalten nach der obligatorischen Basisqualifikation durch die Alzheimer-Gesellschaft regelmäßige Fort- und Weiterbildungen.

Persönliches Kennenlernen

Vor dem ersten Besuch des Café Zeit gebe es ein erstes persönliches Kennenlernen, zumeist im Beisein der Familien. „Ich ziehe mich dann mit den Angehörigen zurück und wir tauschen die wichtigsten Informationen aus“, erklärt Peifer. Benötigt die Person Hilfe oder Erinnerung beim Essen/Trinken und Toilettengang? Worauf wird sie gerne angesprochen? Welches Thema sollte vermieden werden? Die Antworten erleichtern das Miteinander. Falls gewünscht erhalten Angehörige zudem eine Pflegeberatung. Am nächsten Tag folgt dann ein abschließendes Gespräch, ob die Betreuung in Anspruch genommen werden möchte.
  
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