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Ein Meister seines Fachs: Beethovens Geburtsstadt Bonn lädt zur Jubiläumsfeier ein und verspricht, neue Seiten des Komponisten erlebbar zu machen

Im Rahmen des ersten Beethovenfestes wurde am 12. August 1845 das von Ernst Hähnel entworfene Denkmal des Ausnahmetalents enthüllt Bild: Bryan Kolarczyk

Für Bonner ist Ludwig van Beethoven allgegenwärtig, ein sprichwörtlich hochgeschätzter Mitbürger. Als drei Meter hohe Statue auf dem Münsterplatz thront er mit ernstem Blick über allen, ist sich aber keineswegs zu schade, sich zum Karneval in bunte Tracht zu hüllen. Für die Welt ist er einer der wichtigsten Musiker aller Zeiten, selbst Nicht-Klassikfans dürften hin und wieder einen Ohrwurm von der „Mondscheinsonate“, der „9. Sinfonie“ oder „Für Elise“ haben. Doch nirgendwo können seine Anhänger dem Maestro im Jahr 2020 so nah sein wie in der alten Bundeshauptstadt, in der er 1770 geboren wurde. Ausdrücklich alle Menschen sind eingeladen, um sich mit Beethovens Werk auf vielfältige Weise auseinanderzusetzen und inspirieren zu lassen.

Das fleißige Wunderkind

Ludwig van Beethoven (1770–1827) begann im Alter von vier Jahren Klavierunterricht zu nehmen und begleitete bereits sechs Jahre später die Kirchenmesse an der Orgel. Mit zwölf komponierte er sein erstes Stück, auf das ungefähr 750 weitere Werke folgten, die sein wahres Genie erst offenbaren sollten. Trotz seiner außerordentlichen Begabung fiel Beethoven das Komponieren nicht leicht. Unzählige Notizen kratzte er in seine Notenblätter, die er nicht selten mit sich trug. Wie ein Getriebener soll er auf das perfekte Werk hin und gegen sein immer schlechter werdendes Gehör gearbeitet haben.
Freischaffender Künstler

Beethoven war ein temperamentvoller Geist, der Zeitgenossen vor den Kopf stieß. 1812 etwa, als er Goethe begegnete, kam es zum skandalösen Spaziergang: Während sich der Dichter vor einem Fürsten verbeugte, schritt der Komponist stolz an diesem vorbei. Goethe resümierte, Beethovens Talent und Persönlichkeit seien zwar erstaunlich und seine Verachtung für die Welt gerechtfertigt. Nur würde er sie dadurch auch nicht besser machen. Dennoch fand der charismatische Bonner in Wien, wohin er mit 22 Jahren zog, viele Freunde und Förderer. Er verdiente sich mit Konzerten und Veröffentlichungen, war aber der erste freischaffende Künstler, sodass er also nicht exklusiv am königlichen Hofe arbeitete – ein Selfmademan, würde es heute hieße.

"Fürsten gibt es Tausende – Beethoven nur einen"

Seiner Zeit voraus

Er brach mit Konventionen und forderte sein Publikum heraus. Seine legendäre „5. Sinfonie“ mit dem melodielosen, brachialen Thema steht synonym für Beethoven. Was er mit diesen vier Tönen geschaffen hat, war unerhört. Im letzten Satz seiner „9. Sinfonie“ lässt er Sänger und Chor auftreten, womit er ein ganzes Genre neu erfand. In seinen Werken schafft er Ordnung durch Wiederholung und bricht diese dann wieder auf, um einen einzigen Befreiungsakt zu vollführen, Dissonanzen setzt er dramaturgisch bewusst ein. Sein OEuvre ist anspruchsvoll, zeigt aber auch das Schöne im Einfachen. Damit hat er Musikgeschichte geschrieben, die Künstler bis zum heutigen Tage inspiriert.
  
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