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Der Feldhamster gilt als streng geschützes Tier, für das ein Programm zur Züchtung und Auswilderung aufgelegt wurde Bild: hudrom/stock.adobe.com

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Der Feldhamster wird in Pulheim vermehrt angesiedelt Ein Programm zur Züchtung und Auswilderung des in der gesamten Europäischen Union streng geschützten Tiers soll dem lokalen Aussterben entgegenwirken und die Population auch in der Rhein-Erft-Region wieder stärken

17.06.2021

Ein dichtes, gold- bis tiefbraunes Fell und runde, dunkle Knopfaugen, die neugierig umherschauen: Wer Feldhamstern bei einer Wanderung durch die Natur begegnet, hat großes Glück. Denn hierzulande sind sie so selten, dass seit einiger Zeit auch im Raum Pulheim Maßnahmen zu ihrem Schutz ergriffen werden.

Bedrohte Tierart

Feldhamster galten früher trotz „Niedlichkeitsfaktor“ eher als Plage in der Landwirtschaft und wurden sogar aktiv in Ostdeutschland gegen Fellprämien gejagt. Durch die intensive Bewirtschaftung der Felder gingen die Populationen seit den 80er-Jahren allerdings dramatisch zurück, sodass in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg der Feldhamster schon als ausgestorben gilt. Im Juli 2020 stufte die Weltnaturschutzunion (IUCN) den Feldhamster als „vom Aussterben bedroht“ ein. Ohne weitere umfangreiche Forschung und Schutzmaßnahmen könnte der Feldhamster laut einer Prognose bis 2038, spätestens jedoch im Jahr 2050 ausgestorben sein.


"Hierzulande sind die Nager sehr selten"


Programm zum Schutz
  

Bild: Subbotina Anna/stock.adobe.com
Bild: Subbotina Anna/stock.adobe.com

Damit der Feldhamster auch künftig als Art erhalten bleibt, wurde für das in der gesamten EU streng geschützte Tier ein Programm zur Züchtung und Auswilderung aufgelegt. Dieses besondere Projekt stellten das Umweltministerium NRW, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, die Biologische Station, die Landwirtschaftskammer, der Rheinische Landwirtschafts-Verband, der Rhein-Erft-Kreis und die Stadt Pulheim auf die Beine. So begannen die Mitarbeiter der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft im Mai 2019 am Rande des Stadtteils Geyen mit der Auswilderung von 128 Feldhamstern. Sie stammten aus einer Aufzuchtstation im westfälischen Metelen. Insgesamt wurden in den Jahren 2019 und 2020 auf einem festgelegten Areal in Pulheim rund 400 Tiere in die Freiheit entlassen. In diesem Jahr sollen nach Angaben des Landesamtes insgesamt 360 Exemplare die Felder neu besiedeln. Dafür haben einige Landwirte, die oft schon seit dem Jahr 2007 im Feldhamster-Vertragsnaturschutz aktiv sind, Flächen zur Verfügung gestellt. Sie werden für den Verzicht auf die Ernte finanziell entschädigt. Das Getreide, das den Tieren Futter und Deckung vor Fressfeinden wie Füchsen und Greifvögeln bietet, wird bis zum Herbst stehen gelassen, bevor die Felder gepflügt werden.