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Mit einer Fernrohrlupenbrille hat der Träger etwa beim Kartenspielen die Hände frei und dazu einen angenehmen Sehabstand Bild: djd/A. Schweizer

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Besser nah und fern sehen Mit Fernrohrsystemen ist selbst bei schlechter Sehleistung viel möglich

24.05.2021

Zwei der am häufigsten von sehbehinderten Menschen gewünschten Tätigkeiten sind Lesen und Fernsehen. Sie erfordern – wie auch Kartenspielen, das Erkennen von Straßenschildern oder das Anschauen einer Theateraufführung – ausreichend gutes Sehen in ganz unterschiedlichen Abständen. Damit benötigen Betroffene unterschiedliche Sehhilfen oder eine, die mehrere Aufgaben miteinander vereinen kann. Diese Herausforderung lässt sich oft mit sogenannten Fernrohrlupensystemen gut bewältigen.
  

Mit einer Fernrohrbrille lassen sich Objekte in weiterer Entfernung besser erkennen, für den Nahbereich wird eine Aufstecklinse verwendet Bild: djd/A. Schweizer/quadratmedia
Mit einer Fernrohrbrille lassen sich Objekte in weiterer Entfernung besser erkennen, für den Nahbereich wird eine Aufstecklinse verwendet Bild: djd/A. Schweizer/quadratmedia

Eine gute Wahl

Die einfachste Lösung dafür sind Monokulare. Das sind kleine, praktische Handfernrohre, die von circa 25 Zentimetern bis unendlich fokussieren können und in einem speziellen Ständer dazu als Handmikroskop verwendbar sind. Wer beim längeren Lesen oder Fernsehen lieber die Hände frei hat, für den sind Fernrohrbrillen oft eine gute Wahl. Sie bestehen aus einer Brille, bei der in ein oder beide Gläser ein kleines Fernrohr eingebaut ist. Es werden Galilei- und Kepler-Systeme unterschieden. Die Keplerschen erlauben höhere Vergrößerungen, während die Galileischen durch ein größeres Sehfeld und einfache Handhabung punkten. Mit zusätzlichen Linsen zum Aufstecken oder Vorklappen wird das Fernrohr zur Lupe, mit der Betroffene im Nahbereich ebenfalls sehen können. Die Fernrohrlupenbrille kann individuell auf vielfältige Nutzungsmöglichkeiten eingestellt werden. Ein großer Vorteil gegenüber einer Lupenbrille ist, dass im Nahbereich ein größerer Arbeitsabstand eingehalten werden kann, was zum Beispiel Spielen oder Handarbeiten einfacher macht. Wer vor allem fernsehen möchte, ist mit einem speziellen Weitwinkel-System gut beraten, es deckt ein größeres Sehfeld wie den TV-Bildschirm ab.  

Beratung beim Spezialisten

Gut beraten sind Interessierte zudem, wenn sie für die Auswahl eines Fernrohrlupensystems einen spezialisierten Optiker aufsuchen. Denn die Anpassung der Brillen muss sehr exakt erfolgen, damit der Träger an der richtigen Stelle hindurchschaut. Überdies müssen bei der Wahl des Systems die Restsehkraft und die gewünschten Sehaufgaben berücksichtigt werden. Und nicht zuletzt übt der Optiker mit dem Kunden zusammen die Handhabung der Brille. Dazu gehört etwa die Wahl der jeweils passenden Aufsatzlinse und das Einhalten des richtigen Sehabstandes. So kann das Sehen in die Ferne und Nähe wieder deutlich verbessert werden. (mit Material von djd)