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Kreativ in der Krise: Robert Konnerth, Key Account der Barlog Gruppe, am flexiblen Arbeitsplatz Bild: Barlog Plastics GmbH

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Ein innovatives Arbeitsplatzkonzept Die Pandemie fördert eine neue Struktur im Joballtag – In Overath setzt die Firma Barlog Plastics GmbH auf Büros „on demand“

18.03.2021

Der Chef hat sein Büro geräumt. Jetzt teilt Peter Barlog, geschäftsführender Gesellschafter der Barlog Plastics GmbH, seinen Raum. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Chefbüro ist zum „Shared Office“ umfunktioniert worden. Dort und in einem weiteren Zimmer stehen jetzt jeweils zwei neue Schreibtische, abschließbare Rollcontainer und ergonomische Stühle. Dazu das volle Anti-Corona-Paket inklusive Klimaanlage für den regelmäßigen Luftaustausch und Desinfektionsmittel für die Reinigung der Hände.

Flexibel Platz nehmen

Besonders schwer fiel dem Chef das eigentlich nicht. Peter Barlog selbst war nie ein großer Freund des antiquierten Chefbüro-Stils. Er ist eher aufgeschlossen, wenn es darum geht, innovative Lösungen zu pushen. Seinem Personal hat er nun freigestellt, wo es arbeiten will. Es sei denn, die persönliche Präsenz im Betrieb ist für bestimmte Aufgaben unbedingt erforderlich. Eine obligatorischer Anwesenheitspflicht gibt es nicht mehr, am Overather Firmensitz warten nun flexibel belegbare Büros. „Für viele Mittelständler wie uns gilt ein derartiges Entgegenkommen noch als ausgesprochen ungewöhnlich“, weiß Barlog. „Aber wir möchten das einfach einmal versuchen.“

Mitarbeiter reagieren positiv

Hintergrund dieses neuen Arbeitsplatzkonzeptes ist die Coronapandemie. Schon im Februar 2020 wechselten einige Mitarbeiter ins Homeoffice, sogar Produktionsmitarbeiter bekamen Arbeit mit nach Hause. Die Reaktionen aber fielen laut Barlog überraschend positiv aus. Rund 80 Prozent seien mit der Arbeit im Homeoffice zufrieden. „Auch wir in der Geschäftsleitung konnten uns mit diesem Gedanken schnell anfreunden. Es hat sich herausgestellt, dass vieles sogar effizienter lief als vorher“, so der Geschäftsführer. So fiel die Entscheidung, das Konzept beizubehalten, recht schnell. „Jeder, der nicht unbedingt im Betrieb anwesend sein muss, soll auch in Zukunft von zu Hause aus arbeiten können.“

„Shared Office“ ökonomischer

Es gibt aber natürlich auch bei Barlog immer wieder Besprechungen mit Kunden oder Kollegen, die einen Face-to-Face-Kontakt notwendig machen. Dafür braucht es Büros, aber der Platzbedarf ist durch das neue Modell deutlich gesunken. Und leerstehende Büros sind für das Controlling natürlich ein rotes Tuch. Die jetzt geteilten Büros mit den „on demand“-Arbeitsplätzen stellen eine sinnvolle Lösung dar, die außerdem ökonomischer ist. Wichtig ist Barlog, dass kein Zwang dahintersteckt. „Natürlich darf jeder, der einen eigenen Raum braucht oder nicht auf Familienfoto oder Zimmerpflanze verzichten möchte, weiter sein persönliches Büro nutzen.“ Selbst Befürchtungen, die Mitarbeiter würden die neue Freiheit nutzen, um unbeaufsichtigt unterm Strich weniger zu arbeiten, teilt Barlog nicht. „Das ist veraltetes Führungsdenken. Wir haben Vertrauen in unsere Mitarbeiter.“


"Es hat sich herausgestellt, dass vieles sogar effizienter lief als vorher"


Papierlos seit 20 Jahren

Die Büros „on demand“ sind nicht die erste Innovation, die bei Barlog Plastics in Bezug auf die Arbeitsumgebung umgesetzt wurde. Schon Ende der 1990er-Jahre führte die Firma das papierlose Büro ein. Seit mehr als 20 Jahren wird alles Wichtige digitalisiert. Der damalige Weitblick macht sich bei dem heutigen Konzept bezahlt. Alle Unterlagen sind abgespeichert und am Arbeitsplatz zu Hause ebenfalls verfügbar. Niemand muss also Papierberge transportieren, wenn er sich Arbeit ins mobile Büro mitnimmt.