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Bart Biebuyck, Hubert Vigeveno, Armin Laschet der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Kerstin Andreae und Jens Geier nahmen REFHYNE symbolischen in Betrieb (v. l.) Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

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Auf dem Weg in die Wasserstoff-Wirtschaft Wasserstoff ist ein elementarer Baustein, um CO2-Emissionen deutlich zu senken. Shell baut daher die Produktion aus und kooperiert mit zahlreichen Unternehmen. Denn der Weg in eine Wasserstoff-Wirtschaft kann nur gemeinsam gelingen.

24.11.2021

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erschien trotz des vollen Terminkalenders persönlich bei der Eröffnung. Mit gutem Grund: Mit REFHYNE hat Europas größter PEM (Prototon Exchange Membrane)-Elektrolyseur zur Erzeugung von grünem Wasserstoff den Betrieb aufgenommen „So legen wir den Grundstein für eine moderne und grüne Industrie mit hoch qualifizierten Arbeitsplätzen“, sagte Armin Laschet. Projekte wie REFHYNE zeigten, dass Innovation, Ökologie und Ökonomie vereinbar seien.

„Wir wollen in Deutschland führender Anbieter von grünem Wasserstoff für Industrie- und Transportkunden werden“, erklärte Huibert Vigeveno, Vorstandsmitglied der Royal Dutch Shell. Dabei hat Shell die gesamte Wertschöpfungskette im Blick: vom Einstieg in die Stromproduktion mit Offshore-Wind über den Ausbau der Wasserstoffproduktion bis hin zum Vertrieb. „Wir wollen unseren Kunden als verlässlicher Partner zur Seite stehen und ihnen dabei helfen, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern.“

Europas größter PEM-Elektrolyseur ist dabei nur ein Schritt Richtung Netto-Null-Emissionsunternehmen: „REFHYNE ist ein echtes Leuchtturmprojekt“, so Projektleiter Wolfgang Krüper. „Wir sammeln wichtige Daten und Erkenntnisse, die uns helfen, immer besser und effizienter zu werden.“ Mit der Powering Progress Strategie möchte Shell im Einklang mit der Gesellschaft bis spätestens 2050 ein Netto-Null-Emissionsunternehmen werden. Dafür transformiert das Unternehmen seine weltweit fünf verbleibenden Raffinerien in Energy and Chemical Parks.

„REFHYNE hat gezeigt, wie es funktioniert. Es war sensationell zu sehen, wie schnell wir in die Umsetzung gekommen sind – von der Idee bis zur Investitionsfreigabe durch das Shell Management“, schwärmt Wolfgang Krüper, der das Projekt trotz Corona-Hindernissen erfolgreich abschließen konnte. Die Anlage mit einer Leistung von 10 Megawatt (MW) kann pro Jahr bis zu 1300 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Und der Bedarf ist groß. So groß, dass Shell bereits die Errichtung einer 100-MW-Elektrolyse-Anlage plant – REFHYNE II - für die die finale Investitionsentscheidung aber noch aussteht.

Vor allem in den Bereichen Verkehr und Transport steigt die Nachfrage. Daher baut Shell mit H2Mobility ein Wasserstoff-Tankstellennetz auf. Die Anlage in Wesseling hat die Testphase bereits durchlaufen und soll Ende des Jahres offiziell in Betrieb gehen. Die Vorteile für die Fahrer eines Fuel Cell Electric Vehicle (FCEV) überzeugen: Sie haben eine größere Reichweite als batteriebetriebene E-Autos und der Tankvorgang dauert so lange wie bei herkömmlichen Verbrennern.

Das größte Potenzial sieht Shell für Wasserstoff in Transportbereichen, in denen Batterien derzeit noch nicht leistungsfähig oder zu groß und zu schwer sind. Das betrifft vor allem schwere Lastwagen im Fernverkehr oder auch Schiffe. Cornelia Wolber, Pressesprecherin für Shell Deutschland, erklärt: „Wir treiben daher zusammen mit anderen Unternehmen Entwicklung und Aufbau einer Wasserstofflösung voran. So wollen wir etwa mit der Daimler Truck AG ein Tankstellennetz für grünen Wasserstoff zwischen den Produktionsstandorten in Rotterdam, Köln und Hamburg errichten.“ Ab 2024 plant Shell zwischen den Standorten Tankstellen für schwere Lkw zu betreiben.

Zudem hat sich Shell dem Green Energy Hub angeschlossen. Im Rahmen dieser Initiative soll am Standort Hamburg-Moorburg ein 100-MW-Elektrolyseur entstehen. Gemeinsam mit GASCADE, Gasunie und RWE arbeitet Shell an der AquaDuctus Pipeline, welche grünen Wasserstoff von der Nordsee direkt zum europäischen Festland transportieren soll. Im Projektverbund Aquaventus sollen 10 Gigawatt Erzeugungsleistung für Grünen Wasserstoff aus Offshore-Windenergie bis zum Jahr 2035 entstehen sowie dessen Transport an Land. Eine Million Tonnen Grüner Wasserstoff pro Jahr könnten schon bald von Helgoland bis in die Doggerbank gewonnen werden.

Die Politik hat die Bedeutung von H2 für die Energiewende verstanden und unterstützt den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Noch ist die Herstellung von blauem und grünem Wasserstoff (Erklärung im Kasten) sehr teuer. Erst wenn die Nachfrage steigt, werden die Produktionskosten sinken. Die Pressesprecherin betont daher: „Die Zusammenarbeit zwischen Energieunternehmen, Industrie, Infrastrukturanbietern und Fahrzeugherstellern kann dies beschleunigen. Die Konzeption und Umsetzung einer Wasserstoffarchitektur ist daher ein Teamsport.“