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Alternative Investments: Dauerhaft niedrige Zinsen fordern neue Wege, doch es gibt nicht nur Gold und Immobilien – Darauf sollten Interessierte bei ihrer Auswahl achten

Bild: Giuseppe Blasioli/stock.adobe.com

Bei der aktuellen Niedrigzinssituation fällt es vielen schwer, ihr Geld sinnvoll anzulegen. Auf konventionellen Sparbüchern oder Tagesgeldkonten verliert das Ersparte inflationsbedingt auf Dauer seinen Wert. Neben der Investition in Aktien machen sich daher immer mehr Anleger auf die Suche nach neuen Möglichkeiten. Bei alternativen Investments, zu denen neuartige und innovative Anlagestrategien sowie Investment-Konzepte zählen, denken viele Menschen schnell an Hedgefonds oder Private Equity. Doch auch Sachgüter, Rohstoffe und die Infrastruktur spielen eine große Rolle. Gold und Immobilien zählen schon lange zu den „sicheren“ Investments. Ebenso rücken Wein, Oldtimer und Kunstwerke immer mehr ins Interesse der Anleger.

Spitzenweine mit exzellenter Auszeichnung

Wer in Wein investieren möchte, sollte sich an die französische „Premier Cru“ halten, die nur in geringer Stückzahl auf dem Markt verfügbar ist Bild: caftor/stock.adobe.com
Wer in Wein investieren möchte, sollte sich an die französische „Premier Cru“ halten, die nur in geringer Stückzahl auf dem Markt verfügbar ist 
Bild: caftor/stock.adobe.com

"Der Preis für kostbaren Rebensaft schwankt wenig und die Rendite steigt kontinuierlich"

Kunst nur für Kenner

Außerdem interessant: der Kunstmarkt. Er bringt immer wieder spektakuläre Auktionsrekorde hervor. Doch wer Gewinne durch Kunst erzielen möchte, sollte den wenig transparenten Markt gut kennen. Am sichersten ist dabei die Investition in bekannte Künstler, da die Zahl der potentiellen Abnehmer sonst sehr gering ist und der Verkauf eines Gemäldes mehrere Jahre dauern kann. Zusätzlich müssen hohe Nebenkosten einkalkuliert werden: Neben dem Aufgeld des Auktionators, diversen Steuern und Abgaben, Versicherungskosten sowie Transport und Lagerung kommen beim Verkauf noch einmal Einlieferungsgebühren hinzu. Kunstfonds bieten da eine gute Möglichkeit, bereits mit kleinen Summen in die Werke zu investieren. Für welche alternative Anlageform sich Interessentierte auch entscheiden, sollten sie dies immer nur als Ergänzung ihres Anlageportfolios tun. Denn aus dem hohen Renditepotential, das sie versprechen, ergibt sich weiterhin ein erhöhtes Risiko. Anleger sollten daher vor allem auf Transparenz achten: Undurchsichtige Fonds-Verträge und ein Finanzprodukt, das nicht verstanden wird, können die Rentabilität und die Vertrauenswürdigkeit stark beeinflussen. Dabei gilt: Am ratsamsten ist das Anlegen des eigenen Geldes in einen bekannten Finanzbereich. Das bedeutet konkret, dass sich Weinkennern die Anlage in die edlen Tropfen empfiehlt und Kunstneulinge lieber nicht in Kunstobjekte investieren sollten.

Drei Anlegertypen

So bleiben Sicherheit und Renditechancen im Gleichgewicht

Statt auf niedrig verzinste Anlageformen zu setzen, sollten Mischfonds ins Auge gefasst werden Bild: Romolo Tavan/stock.adobe.com
Statt auf niedrig verzinste Anlageformen zu setzen, sollten Mischfonds ins Auge gefasst werden Bild: Romolo Tavan/stock.adobe.com
Wer im Alter seinen gewohnten Lebensstandard halten will, muss heute mehr denn je privat vorsorgen. Beim Aufbau der Rücklagen setzen viele Deutsche auf niedrig verzinste Anlageformen. Sparbuch oder Festgeld sind im Zinstief aber eine schlechte Wahl – auch eine moderate Inflation knabbert über die Jahre hinweg am Wert des Vermögens. Die Alternative können aktiv gemanagte Mischfonds sein. Die Grundidee: Der Großteil des Fondsvermögens wird stets in festverzinsliche Wertpapiere guter Bonität und ein kleinerer Prozentsatz in europäische Aktien investiert, das Verhältnis wird regelmäßig austariert. Solche Fonds sind ertragsstark, aber schwankungsarm. Sie sind deshalb langfristig für drei Anlegertypen, zumindest als Beimischung, gut geeignet:

Der offensive Renditesparer

Beim Kapitalaufbau fürs Alter setzt er grundsätzlich auf eine hohe Rendite, in jungen Jahren hat sein Portfolio einen hohen Aktienanteil. Denn der Renditesparer weiß: Eine Schwächephase an der Börse oder sogar einen kräftigen Einbruch wie in der Finanzkrise 2008 kann er bis zum Beginn des Ruhestands „aussitzen“. Mit zunehmendem Alter ändert sich das Szenario: Der Sicherheitsaspekt gewinnt an Bedeutung, höhere Verluste bei Aktien können unter Umständen bis zum Rentenbeginn nicht mehr ausgeglichen werden. Ganz auf Aktien und die entsprechenden Chancen will der offensive Renditesparer aber auch dann nicht verzichten. Daher kann ein Wechsel in einen Mischfonds mit einem hohen Anteil festverzinslicher Wertpapiere eine Lösung sein.

Der vorsichtige Sparer

Ihm geht es um den Werterhalt seines Ersparten. Er möchte kein großes Risiko eingehen, aber mindestens die Inflationsrate ausgleichen. Er verfolgt die Wirtschaftsnachrichten und das Börsengeschehen aufmerksam, sieht die Chancen des Aktienmarktes, hat aber Angst, dass er mit der Aktienanlage überfordert ist und den Zeitpunkt des Ein- und Ausstiegs falsch kalkuliert. Auch für den vorsichtigen Sparer ist ein Mischfonds eine gute Alternative. Die Sicherheit steht im Mittelpunkt, er kann aber an den Chancen teilhaben, die die Börse bietet.

Der Zielsparer

Er hat ausgerechnet, welche Rendite er im Schnitt in jedem Jahr erzielen muss, um zusammen mit der gesetzlichen Rente und anderen Alterseinkünften den Lebensstandard halten zu können. Allein mit niedrig verzinsten Anlagen kann er dieses Ziel nicht erreichen, zumindest eine Beimischung von Aktien ist notwendig. Der Aktienanteil kann dabei für das entscheidende Renditeplus sorgen. (djd)

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